Im zweiten Teil meiner Testberichtsserie des Sony Ericsson Xperia X10 geht es diesmal um etwas, was eine sehr wichtige Rolle für Multifunktionsgeräte spielt – Kamera, Speicher und Musik! Diese Funktionen gestalten das Nutzen eines Handy in vielerlei Hinsichten interessanter und ohne diese Funktionen nicht mehr vertretbar.
Sony Ericsson ist bekannt für seine Walkman sowie Cyber-Shot Handys. Das Xperia X10 hat eine 8,1 Megapixel Kamera und kann auch als MP3 Player benutzt werden. Aber kann das Xperia X10 mit den Eigenschaften beider spezifischen Handys von Sony Ericsson mithalten?
Kamera und Video
Neben der 8,1 Megapixel Kamera hat Sony Ericsson auf der Rückseite auch ein Fotolicht neben die Linse eingesetzt. Leider ist das Fotolicht sehr schwach, leuchtet nur wenige Zentimeter und muss während der Fotoaufnahme umständlich über das Menü aktiviert werden. Daher kann man das Fotolicht gleich vernachlässigen. Bei der Preisklasse wäre ein Xenon- oder ein LED-Blitz und ein Button auf dem Bildschirm für die Aktivierung des Lichtes wünschenswert gewesen.
Neben dem seit der CyberShot Serie bestehenden Autofokus und Geotagging Funktion bietet das Xperia zum ersten mal einen Multi-Touch-Autofokus. Beim Multi-Touch Fokus wird beliebig auf den Bildschirm der Fokus gesetzt und das Handy stellt automatisch auf den ausgewählten Bereich scharf. Der Multi-Touch Fokus funktioniert tadellos und wählt den Fokus an der richtigen Stelle. Natürlich sind auch zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten wie Weißabgleich, Szenenmodus wie Lächelerkennen, Sportmodus und Portraiterkennenung vorhanden, die man manuell auswählen kann.
Die Originalen Fotos wirken manchmal düster und trübe, die Bilddynamik ist nicht optimal und die Farben und Kontraste werden ab und zu weniger stark betont – Die Fotos wirken trotzdem sehr realistisch. Dennoch könnte die Dynamik, Farben, Kontraste und Schärfe eine kleine Stufe verbessert werden. Wichtig bei Bildern ist auch das Rauschen. Beim Bildrauschen schneidet das Xperia X10 gut ab. Durch die tristen Farben und Kontraste ist ein Rauschen kaum wahrnehmbar.
Vergleichen kann man die Kamera mit einer Spiegelreflexkamera nicht, dennoch macht sie im Vergleich zu anderen Handys GUTE Bilder. Nach zwei bis vier Sekunden ist die Kamera betriebsbereit, das Auslösen dauert eine Sekunde und das das anschließende Speicher knapp zwei Sekunden. Insgesamt etwas zu lange, aber es stört bei Aufnahmen eigentlich nicht.
Zur Zeit nimmt das Xperia X10 Videos mit nur maximal 854×480 Pixel in 16:9 oder im 4:3 Format aber dann mit VGA-Auflösung auf. Mit einem Softwareupdate sollen Videos bald mit einer Auflösung von 1280×720 Pixel aufgenommen werden können. Das Update soll ende des Jahres herauskommen. Die Videofunktion läuft nahezu flüssig, lediglich bei schnellen Schwenks kommt das Bild nicht immer hinterher. Dennoch macht die Videofunktion ebenso einen guten Eindruck wie die Kamera. Die Soundaufnahme zum Video ist auch gut. Bei einem Testvideo auf der DTM gab es durch die Lauten Fahrzeuge weder Kratzer noch Klirren bei der Aufnahme.
Anschließend lassen sich Videos im Mediascape betrachten. Mediascape erreicht man über ein Widget auf dem Desktop sehr schnell. In der Mediascape Oberfläche kann man neben Videos auch zwischen Fotos und Musik wechseln. Beim Wechsel zu einer anderen Kategorie werden die Thumbnails schick herumgewirbelt und geben dem Wechsel einen coolen Tick.
Auf Wunsch können bei den Bildern auf der unteren Display Hälfte Bilder aus sozialen Netzwerken wie Facebook oder Picasa angezeigt werden. Eine sehr nette Idee. Im oberen Teil des Displays ist in jeder Kategorie der “Mehr”-Button installiert. Beim drücken des Buttons wird eine sortierte Liste geöffnet. Drückt man ein Thumbnail länger gedrückt rückt es vergrößert in den Vordergrund. Die Qualität des vergrößerten Thumbnails ist leider minderwertig.
Eine kleine Verbesserung könnte Sony Ericsson in der Mediascape Software bei der Bildbetrachtung vornehmen. Von vielen anderen Handys ist man es gewohnt, dass die nächsten Bilder beim weiterblättern animiert eingeblendet werden. Beim Xperia X10 wird es nur geladen und anschließend mit einer Blendfunktion angezeigt. Die Mediascape Funktion ist trotz den kleinen Nachteilen sehr übersichtlich und schick.
Speicher & Musik
Probleme mit dem Speicher im Xperia X10 sollte man nicht so schnell bekommen. Das Handy wird ab Werk mit einer 8 GB microSD-Karte ausgestattet. Erweitern kann man den Speicher auf bis zu 16 Gigabyte. Musik ruft man ebenso wie die Bilder und Videos über das Mediascape auf. Dort werden Thumbnails der Coverarts von “zuletzt gespielten”, “zuletzt hinzugefügten” und “Favoriten” jeweils in einer Reihe dargestellt. Mit dem Finger kann man durch die Cover scrollen.
Auch hier wird man wieder beim drücken des “Mehr”-Button zu einer Listenansicht weitergeleitet, in der man Songs nach Titel, Genre, Interpret oder Album suchen/ sich sortieren lassen kann. Der Musikplayer ist schlicht gestaltet und bietet alle Funktionen die man zum Musik hören braucht. Der Player ist übersichtlich und erfüllt seinen Zweck. Die Symbole sind alle selbsterklärend – Deswegen gibt es bei der Bedienung des Players keine Probleme.
Im Mediaplayer unterscheidet sich das Xperia X10 zu den Hauseigenen Handy von Sony Ericsson mit der Walkman Ausstattung erheblich. Einen Equalizer sucht man im Xperia X10 vergeblich. Grund dazu ist das Betriebssystem Android. Trotz des fehlenden Equalizer klingt der Sound bis zu einer bestimmten Lautstärke ziemlich gut. Bis kurz vor dem Maximum der Lautstärke klingen die Töne ausgewogen. Auch die Höhen und Tiefen werden in den originalen Kopfhöhrer gut umgesetzt. Doch umso lauter die Einstellung, desto mehr kann man ein klirren in den Original Kopfhörer wahrnehmen. Es werden Standarmäßig normale Kopfhörer – keine In-Ear, wie bei der Walkman Serie – mitgeliefert und ein Radio gibt es auch nicht. Schade.
Update: Ein Test mit den In-Ear Kopfhöhrer von meinem alten (Walkman) Handy hat gezeigt, dass die In-Ear Kopfhöhrer einen wesentlich besseren Klang haben, also liegt es eher an den Kopfhörer als an der Software.
Andere Testberichte:
- Sony Ericsson Xperia X10 – Lieferumfang, Design und Verarbeitung
- Sony Ericsson Xperia X10 – Anwendung, Bedienung, Sprachqualität, Akku und Fazit
- Sony Ericsson Xperia X10 – Browsing, E-Mail, PIM und Verbindungsfähigkeit
Ähnliche Artikel:
- Sony Ericsson Xperia X10 – Test IV
- Sony Ericsson Xperia X10 – Test I
- Sony Ericsson Xperia X10 – Test III
- Produktfotos – Sony Ericsson
- 30 Jahre Walkman
7 Antworten : “Sony Ericsson Xperia X10 – Test II”




















sauber… also von der kamera bin ich begeistert! die bilder sind echt klasse
Auf den ersten Blick gefallen mir die Bilder besser als aus manch einer digitalen Kompakten mit der ich selbst Bilder gemacht hab. Gibt es denn für das Sony Ericsson keine Apps (wie zB für Android-Handys oder auch das iPhone), mit denen man die Bilder nachbearbeiten kann?
Mela
Gruß!
Edit: Ach ich lese grade, dass das Handy mit Android läuft. Na, da sollte es ja in Sachen Bildbearbeitung am Handy keine Probleme geben!
Hi Mela,
von Photoshop gibt es ein kokstenloses App, mit dem man doch schon recht viel anstellen kann – Hast du das auch?
Ja, die Photoshop-App habe ich auch fürs iPhone. Allerdings gibts sowohl für Android als auch fürs iPhone weitaus interessantere Apps. Beim iphone zB. “Format 126″, “CameraBag” und “Pudding Camera”.
Bei Android kann ich natürlich nicht aus eigener Erfahrung sprechen aber “Camera 360″ und “Vignette” sollen ganz gut sein. ( http://zimtstern.in/2010/07/07/go-android-go-camera-360/ und http://zimtstern.in/2010/07/17/android-vignette/ )..
Gruß Mela
sagmal, biste mit dem polo auf den bordstein gefahren oder warum sieht der so aufgebockt aus?
Ne, im Kofferraum waren nur über 150 KG Getränke
150 kg Getränke von Aldi?! Also 100 Flaschen Wasser, oder was?! :D :D