Marcus Locher - alias Magistus – kenne ich schon länger über das Web. Ich mag seine Bilder und seine Person. Doch nur flüchtig kennen war mir nicht genug. Darum wollte ich mehr von Marcus erfahren und habe ihn um ein Interview gebeten, welches er mit viel Begeisterung annahm.
Kurz Information zu Magistus: Markus ist 1974 geboren, arbeitet im IT-Bereich, liest neben der Fotografie gerne Bücher und spielt gerne Fantasy- und SiFi-Rollenspiele.
Du fotografierst schon sehr lange, wann und wie bist Du zur Fotografie gekommen?
So lange ist das noch überhaupt nicht her. So richtig aktiv angefangen habe ich erst vor ca. vier Jahren. Davor habe ich mich ein wenig im Video-Filmen versucht, konnte mich dann aber in der Fotografie mehr ausleben. An ein wirkliches Schlüsselerlebnis kann ich mich nicht erinnern, meine erste DSLR, eine Nikon D70s hat mich wohl einfach gepackt.
Auf deiner Internetseite schreibst du, dass du die Fotografie nur als Hobby ausübst. Warum nicht als Beruf?
Hm, ich bin jetzt 36, da wäre ein Berufswechsel mehr als mutig. Ich genieße allerdings auch, die Fotografie “nur” als Hobby betreiben zu können. Es ist für mich der Ausgleich zum stressigen Berufsleben, bei dem ich einfach komplett abschalten kann. Ich denke nicht, dass mir das noch möglich wäre, müsste ich mit der Fotografie mein Lebensunterhalt verdienen. Zudem kann ich als Hobby-Fotograf die Arbeiten machen und diese so gestalten, wie sie mir gefallen, ohne Vorgaben von einem Auftraggeber zu bekommen. Diese Freiheit bedeutet mir sehr viel!
Mit welchem Equipment arbeitest Du?
Ich fotografiere mit einer Nikon D300 und bin damit sehr glücklich. Im Studio habe ich Blitze von Illuminate, viel mehr ist es dann aber nicht. Na gut, mal vom Studio abgesehen, welches ich mit zwei Partnern zusammen finanziere.
Von was lässt du dich vor den Shootings inspirieren? Wie kommst du auf Ideen für Shootings?
Ich habe mich im Grunde komplett der People-Fotografie verschrieben, was den Vorteil hat, dass man in einem wunderbar kreativen Prozess gemeinsam mit dem Model, Ideen umsetzen und weiter entwickeln kann. Mir ist hier die Zusammenarbeit mit dem Model sehr wichtig! Nicht zuletzt deshalb arbeite ich sehr viel mit Stammmodellen zusammen. Motiv-Ideen ergeben sich oft aus dem Alltag und durch die verschiedenen visuellen Medien wie Zeitschriften, Filme, Fernsehen oder tägliche Begebenheit, nicht zu letzt aber auch durch die Inspiration die man bekommt, wenn man in Communities wie der Model-Kartei.de oder Foto-Community aktiv ist.
Muss ein perfektes Bild immer durch Photoshop / Lightroom entstehen?
Gute Frage und schwierig zu beantworten. Bis vor einiger Zeit hätte ich gesagt, dass außer ein wenig Beauty-Retouche nicht viel für ein cooles Bild notwendig ist.
Prinzipiell stimme ich dem immer noch zu. Grundlage für jedes Bild ist immer noch ein cooles Foto. Wie stark ein Foto dann weiter bearbeitet wird, hängt davon ab, was man mit dem Bild bezweckt. Handelt es sich um ein dokumentarisches Bild, sollte es im Grund überhaupt nicht bearbeitet werden. Handelt es sich aber, wie meistens bei meinen Bildern, um gestellte Shooting-Bilder, kann es schon mal mehr an Bearbeitung sein.
Mit Bildbearbeitung lässt sich die Aussage eines Fotos oder dessen Zweck wunderbar unterstreichen. Zudem ist es leider Tatsache, dass ein sehr schönes, aber eben “normales” Bild in der Masse der vielen, vielen Bilder sehr leicht untergeht. Hier kann eine etwas überspitzte Arbeit helfen etwas heraus zu stechen. Nicht zu letzt bearbeitet ich meine Bilder aber weniger nach einem gewissen Trend, sondern einfach danach, was mir im Moment am besten gefällt. Auch das ist sicherlich der Vorteil, das alles als Hobby betreiben zu dürfen.
Welche Blogs / Magazine liest du regelmäßig?
Magazine lese ich relativ wenig, ich hole mir meine Informationen sehr gerne aus dem Internet, nicht zuletzt aus Blogs oder Foren. So bin ich schon lange Leser von KWERFELDEIN, von Calvin Hollywood aber auch einer großen Anzahl weiterer Blogs. Oft suche ich mir meine Informationen zur Fotografie oder Bildbearbeitung sozusagen “on-demand” über Google zusammen.
Wie machst du dir in der riesigen Fotoszene Deutschlands einen Namen?
Oh, ich glaube, deutschlandweit wäre jetzt etwas hoch gegriffen. Ich versuche über mein Blog magistus.de, aber auch über Twitter oder Facebook einfach ein paar Tipps für Interessierte zusammen zu stellen und natürlich hin und wieder meine Bilder zu veröffentlichen. Natürlich schadet es sicherlich auch nicht, in entsprechenden Communities, bei mir ist das vornehmlich die Model-Kartei, aktiv zu sein, zu Stammtischen zu gehen und offen auf andere zu zugehen. Nicht nur in der Fotografie bin ich die Meinung, dass Kommunikation ein sehr wichtiges Element ist, um sich persönlich weiter zu entwickeln. Ich bin damit zumindest bis jetzt sehr gut gefahren.
Wo kann man dir überall folgen, oder mehr erfahren?
Am aktivsten bin ich sicherlich in der Model-Kartei: http://www.model-kartei.de/sedcard/fotograf/9881/
Dann aber natürlich über meinen Blog: http://blog.magistus.de
Oder auf meiner Facebook-Seite: http://www.facebook.com/pages/Magistus-Fotografie/136608853049081
Und natürlich auch bei Twitter: http://www.twitter.com/MagistusFoto
Deine letzten Worte an meine Leser:
Fotografiert was Euch Spaß macht und nicht, was von Euch erwartet wird!
Vielen Dank, für die vielen und guten Antworten und dass du dir Zeit genommen hast!
Ich finde deine Fotos echt klasse und du hast ja ganz schön akrobatische Models, ich denke es ist auch nicht immer so einfach für die Ideen die man hat, die richtigen Models parat zu haben oder zu finden.
Fotografierst du auch solche Standartsachen wie Taufen, Hochzeiten usw.? Oder eher wirklich nur hobbymäßig und nach Lust und Laune?
Toller Stil. Gefallen mir die Bilder!
Bin aber erstmal über den Namen erschrocken
lg
Markus
Hehe, stimmt. Bei dem Namen kann man sich schon mal wundern
Besonders wenn man Markus Lochner heißt!