Heute habe ich einen erfreulichen Brief vom Bundesamt für Zivildienst bekommen. Anfang Januar hatte ich meine Musterung und mir war von vornhinein klar, dass ich verweigern werde. Ich fühl mich eher zu sozialeren Arbeiten hingezogen, als zum Dienst mit der Waffe.
Bei der Musterung habe ich gleich von Anfang an gesagt, dass ich verweigern werde und somit musste ich auch nicht die vollständige Prozedur beim Kreiswehrersatzamt mitmachen – Der Sporttest viel für mich also flach. Alles andere musste ich, wie alle anderen, auch durchmachen (Datenprüfung, Arztbesuch, …).
Ich habe es nicht darauf angelegt ausgemustert zu werden. Ich finde den Zivildienst eine tolle Sache und man kann sich von 13 Jahren Schulzeit ein wenig erholen, bevor man das Studium anfängt - und das dann mit mehr Power!
Nach meiner Musterung wurde mir eine Frist von 3 Monaten gesetzt, in der ich an das zuständige Bundesamt für Zivildienst eine 1 – 2 Seitige Begründung schreiben muss, warum ich den Dienst an der Waffe verweigere. Dies hab ich dann auch sofort gemacht.
Als ich den Brief abgeschickt hatte, habe ich die Befürchtung gehabt, dass ich nicht anerkannt werde, weil die Begründung nicht ausreichend ist oder nicht der Wahrheit entspricht, und ich dann noch einmal eine Begründung abschicken muss oder sogar vorgeladen werde um die Wahrheit meiner Aussagen zu überprüfen. Aber zum Glück hat alles auf Anhieb geklappt und ich brauch mir nicht weiter den Kopf zerbrechen.
Jetzt heißt es eine Zivildienststelle zu suchen und genommen zu werden. Wenn ich eine gefunden habe und genommen worden bin, sag ich euch natürlich bescheid.
Ähnliche Artikel:
- Zivildienst – Ich bin (fast) genommen
- Die Schule hat ein Ende
- Die Arbeitswelt ruft
- Der fliegende Basti
- Erholung angesagt
11 Antworten : “Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer”
Trackbacks/Pingbacks
- Zivildienst – Ich bin (fast) genommen | Snengls Blog - Die Sucht der Fotografie - [...] Amt schicken, in der ich begründen musste, warum ich den Wehrdienst verweigere. Promt kam auch die Antwort vom zuständigen ...
- Die Arbeitswelt ruft | Sebastian Engler - Die Sucht der Fotografie - [...] geht los und Ich werde zum ersten mal eine 38 Stunden Woche haben. Da ich schon sehr oft davon ...







Wieso hattest du Angst. Wenn du überzeugende Gründe hast, dann gibt es auch keinen Grund zum zweifeln. Oder hattest du gelogen

Ich war vor 16 Jahren beim Bund. Aber nicht weil ich davon so überzeugt war. Ich war Ordonanz im Offiziers Casino. War eine lustige Zeit. Ich konnte mir in der Küche kochen was ich wollte und auch bei Veranstaltungen gab es immer leckere Menüs
Viele Grüße
Thomas
@Thomas: Nene, gelogen hab ich nicht. Aber man hört doch so einige Geschichten, dass z. B. jemand 3 Begründungen schreiben sollte und anschließend noch vorgeladen wurde. Und das ist irgendwie doof, dass man sich am Ende auch noch rechtfertigen musst
Ich finde das echt lächerlich, dass man sich in Deutschland rechtfertigen muss, warum man keine Lust hat, Krieg zu spielen.
Bei uns in Österreich reicht es bei der Musterung zu sagen Zivi oder Heer. Natürlich wird versucht jeden zum Heer zu überreden, der Hampelmann der das bei mir versucht hat ist da aber nur auf taube Ohren gestoßen.
Glückwunsch zur erfolgreichen Verweigerung, gute Entscheidung!
@Christian: Das ist toll. Da geb ich dir vollkommen Recht. Es ist wirklich schwachsinnig zu begründen, warum man verweigern möchte…
Vllt lernt es Deutschland auch irgendwann mal, dass man es so handhaben kann.
glückwunsch aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben… evtl isses am ende doch net so toll beim zivildienst (kommt drauf an was für ne stelle man bekommt
ne kleine korektur: bei der musterung gibt es keinen sporttest (zumindest musste ich keinen machen)nur wenn man Soldat auf Zeit macht wird man im Sporttest gefordert. und ich hab schon gehört das man nach dem zivi schwerer ins studium einsteigt als wenn man es direkt nach der schule macht
@Michael: Wenn du darauf wartest, dass dir irgend eine Stelle beim Zivi zugeteilt wird, hast du schlechte Karten. Ich hab es ganz einfach so gemacht, dass ich mir selber eine Stelle gesucht habe.
Nach dem Zivi soll es schwieriger sein einen Studiumsplatz zu bekommen? Kann ich nicht behaupten, an den Unis an denen ich mich umgesehen habe, wurde mir sogar empfohlen zuerst Zivi zu machen und sei es nur darum, mal ein Jahr Pause von dem Schulzeugs zu haben. Ich kann jetzt nur von Österreich sprechen, keine Ahnung wie das in Deutschland abläuft.
Also ich hab auch schon vom hörensagen mitbekommen, dass eine Pause oft gut tut, bevor man das Studieren anfängt.
Ich bin da sehr optimistisch eingestellt.
@Christian: Ich geb dir da vollkommen recht, wenn man sich um ein Ziviplatz bemüht, der einen zusagt, macht es auch Spaß dort zu arbeiten
Nach 13 Jahren Schule erstmal erholen – im Zivildienst? Ich weiß ja nicht, was Du für ne Zivi-Stelle anstrebst, aber meine (in einer Werkstatt für Behinderte) würde ich rückblickend nicht erholsam nennen.
@Michael & Christian: Man bekommt nach dem Zivi sicher nicht schwerer einen Studienplatz, aber man ist eine Zeit lang aus dem Lernen raus, das man erstmal wieder lernen muss. Ist aber (1) aus meiner Sicht nicht so tragisch, da man ja keine 5 Jahre Zivi macht, und (2) tat es zumindest mir ganz gut, nach 13 Jahren Schule erstmal andere Erfahrungen zu machen, als direkt zur nächsten (Hoch-)Schule zu wechseln.
Warum hast du deinen Namen im Foto retuschiert? Er steht doch eh unter jedem deiner Blogeinträge.
@Carsten: Das Internet bietet eine unaufhaltsame und manchmal ungewollte Weiterveröffentlichung und nicht jeder muss wissen, dass der Brief Hr. Engler gehört
Bei der Bildersuche von der größten Suchmaschine muss es auch nicht sofort ersichtlich sein
So dann biste also auch Zivi. Da ich nen Job hatte und schon bei der Feuerwehr hab, hab ich mich lieber freistellen lassen.
Wenn du mal ne Zivistelle hast, kannst ja mal schreiben, was genau es ist.
@Thomas: Soso, beim Bund sein und Spaß haben. Das geht ja mal gar nicht… :D Aber hätte ich auch gemacht, wenns bei mir so gelaufen wäre. Solange man nicht im Kriegsgebiet ist, kann man alles noch recht locker sehen.