permalink

1

A lonely tree – Making of

SONY DSC

Ein Bild zu bearbeiten muss nicht immer extrem schwer/ aufwendig sein. Es gibt sehr einfache Methoden um sein Bild gestalterisch aufzupeppen ohne gleich ein Guru in Bildbearbeitung zu sein -  Und diese Methode zeig ich euch am besten an einem Bild.

Ein einfaches, aber sehr anschauliches Motiv ist mein Foto “A lonely tree“. Diesem Foto habe ich eine gute Stunde gewidmet, bis ich zufrieden war. Für die Bearbeitung dieses Motivs habe ich Photoshop CS3 genutzt. Es ist also von Vorteil, wenn man ein ähnliches Programm besitzt um die Schritte so gut wie möglich nach machen zu können. Auch von Vorteil sind Kenntnisse über die wichtigsten Werkzeuge.

Der Link zum Video

[youtube]azRJL2Hxk5w[/youtube]

Es beginnt alles mit dem geeigneten Motiv. Ich bin durch Zufall auf mein Motiv gestoßen. Als ich als Beifahrer auf dem Weg zu einer Freundin war, hatte ich genug Zeit um aus dem Fenster zu schauen und meiner kreative Ader freien Lauf zu lassen, dass bedeutet zu überlegen welche Fotos/Motive ich als nächstes aufnehmen möchte. Irgendwann bin ich an der Stelle vorbei gefahren, an der ich den gewissen Baum gesehen habe. Ich habe den Baum gesehen und mir war sofort klar, dass ich diesen Baum freistellen möchte.  Den ganzen Abend hatte ich nur noch dieses Motiv im Kopf und bin am nächsten Tag gleich wieder zur gleichen Stelle gefahren und habe das Foto aufgenommen. Ich hatte Glück. Kurz bevor ich das Bild geschossen habe gab es ein Gewitter, bei dem anschließend wieder die Sonne hervor kam – Das perfekte Motiv: Düster, schaurig und doch etwas von Hoffnung. Das Motiv und die Zeit hat einfach gepasst!

Doch nun zu meinem making-of “a lonely tree”. So sieht das Bild in original aus -  das RAW Format aus meiner Kamera:

a lonely tree - original
a lonely tree – original
1

1

2

2

Die erste Aufgabe nach dem Öffnen des Bildes ist eine Kopie (STRG + J) zu erstellen, in der als nächster Schritt der rechte Baum nach und nach entfernt wird. Begonnen habe ich mit dem Stamm. Der Stamm wird mit Hilfe des Kopierstempel-Werkzeug (S) entfernt. Die Blätter und Äste, die unterhalb der Wolken sind, habe ich vorübergehend gelassen. Um den Baum so gut wie Möglich frei zustellen muss auch der Horizont gleichmäßig aussehen, dass heißt der Wald im Hintergrund und die Baumkrone des zweiten, dem rechten Baum, muss ebenfalls weichen. Ich habe für diesen Schritt nochmals eine Kopie der zuvor bearbeiteten Ebene (“Baumstamm entfernen”) erstellt und habe die Wolken wieder mit Hilfe des Kopierstempel-Werkzeug (S) erweitert – nicht entfernt! Ich habe die Struktur der Wolken nach unten erweitert und dabei keine Rücksicht auf den Horizont genommen. (Ebene: “Wolken erweitern”)

3

3

3.5

3.5

Nun wird der Horizont angepasst. Hierzu habe ich “Wolken erweitern” mit einer Maske versehen. Mit der Maske habe ich bis zum Horizont des Bildes die “überschüssigen” Wolken wieder grob entfernt ohne etwas aus dem Bild zu löschen. Die Feinheiten habe ich über eine neue Ebene (“Wolken anpassen”) mit einem kleinen Pinsel gemacht.  Für ein optimales Ergebniss zu erhalten habe ich dazu die Hintergrund-Datei  dupliziert (“Horizont anpassen”) (STRG+J) und vor die “Wolken erweitern”-Ebene geschoben. Ein Duplikat von “Wolke-Erweitern” heißt “Wolken anpassen”.  Diese Ebene habe

4

4

ich gleichzeitig vor “Horizont anpassen” gesetzt. Bei der Ebene “Wolke anpassen” habe ich wie oben beschrieben die Feinheiten (z. B. Rundungen am Horizont) mit dem Pinsel ausgebessert.

Ihr seht, bis jetzt habe ich fast alles nur mit der Hilfe des Stempel-Werkzeugs bearbeitet und nur wenig den Pinsel genutzt. So auch der nächste Schritt:

5

5

Jetzt komme ich zum “Runden” des Baumes. Ich habe mit dem Stempel ein paar Blätter und Äste in die freien “Ecken” kopiert und so kommt nach ein paar Versuchen die Rundung, eines  nahezu perfekten Baumes, zum vorscheinen.  Beim Bearbeiten des Baumes müsst ihr sehr vorsichtig und genau sein. Sehr leicht entstehen unschöne Übergänge oder unnatürliche Strukturen eines Baums. Hier ist probieren angesagt!

Soweit so gut. Jetzt habe ich nur noch ein paar Wolken ausgebessert, weil mir manchmal die Struktur der Wolken (durch das vorherige erweitern) unnatürlich erschienen ist.

6

6

8

8

7

7

Zum Schluss zu den Füll- und Einstellungsebenen: Vorweg kann muss ich sagen das die Einstellungsebenen abhängig des jeweiligen Manipulisten sind. Wie auch bei so vielen Manipulationen ist hier der eigene Geschmack abhängig für die unterschiedlichen Werte – Also wieder: Probieren geht über studieren!

Über die ganzen bearbeiteten Ebenen habe ich zuerst eine “abgedunkelte” “schwarz-weiß”-Ebene auf 90% gelegt. Dies gibt den Bild einen etwas düsteren, und somit auch erwünschten, Effekt. Mit der nächsten Ebene (“Tonwertkorrektur”) und einer Maske, habe ich nur die Tonwerte des Himmels geändert – Der düstere Effekt kommt stärker zur Geltung.  Mit “Kurven” und “Helligkeit/Kontrast” habe ich die Lichter und Kontraste, bis die Wirkung gepasst hat, verändert. Zu guter Letzt habe ich mit der nächsten “schwarz-weiß”-Ebene in “Luminanz” und 30%-iger Deckkraft dem Bild das letzte i-Tüpferlchen gegeben – Fertig! Ich bin zufrieden.

11

11

9

9

10

10

12

12

13

13

Wer sich die Bearbeitung in Zeitraffer anschauen möchte kann dies hier tun: Link zum Video

A lonely tree - Bearbeitet

A lonely tree - Bearbeitet

Autor: Sebastian Engler

Ich interessiere mich für die Fashion- & Portraitfotografie und betrachte die Welt gerne aus einen anderen Winkel. Neben meiner fotografischen Leidenschaft studiere ich Informatik und fahre sehr gerne Motorrad.

1 Kommentar

  1. Echt schönes Motiv geworden, klassisch!

    Allerdings, mir fällt sowas komischerweise immer sofort auf, der Stempeleffekt hat die unangenehme Eigenschaft, dass man oft direkt den näheren Bereich “klont” und somit Kopieeffekte hat.
    dort wo du den Wald entfernt hast, sieht man die Wolkenreihe von direkt drüber, und auch “am rechten Baum” sieht man diesen Siagonalen Streifen, der sich durchs “stempeln” gebildet hat.

    Aber geht man beim Bild nich so sehr ins Detail (und wie gesagt, ich bin da irgendwie drauf getrimmt) dann ist das schon eine gute Komposition geworden.!

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*