Durch Zufall sind wir beim letzten zusammen sitzen unserer Fotogruppe auf das Thema “Kunst” und “Projekte” gekommen. Daniel hat angefangen von dem Projekt “28 mm” zu erzählen, welches er als richtige Kunst beschreibt und hellauf von diesem Projekt begeistert ist. Und da ich jetzt auch sehr angetan von diesem Projekt bin, möchte ich es gerne mit euch teilen. Ich bin auf eure Meinung gespannt!
Bei “28 millimetres – portrait d’une génération” (dt. Poträt einer Generation) handelt sich um ein Projekt von den franzosen JR und Ladj Ly welches im Jahr 2005 angezettelt worden ist.
28 mm - Ihr könnt sicherlich schon erraten, um was es geht. Die beiden Franzosen sind in Ghettos gegangen und haben die dort lebenden Menschen mit einem 28 mm Objektiv abgelichtet. Portrait Aufnahmen, aber nicht wie man sie sich vorstellt: hübsch und perfekt, sondern unansehnlich, nah und ausdrucksvoll.
Doch wie stellt man sich unansehnlich vor? Die Aufgabe von den Models war einfach: Eine Grimasse zu schneiden.
Doch wozu macht man die ganzen Fotos? Nur im Internet veröffentlichen ist den beiden zu langweilig gewesen – Sie wollten provozieren und etwas unvergessliches machen, etwas was viele Menschen mitbekommen, die nicht ständig im Internet unterwegs sind oder Kunstausstellungen besuchen:
Innerhalb nur einer Nacht wurde illegal erweise der Osten Paris mit riesigen Grimassen-Plakaten zugeklebt.
Wahnsinn, oder?
Mit einer gewissen Unhöflichkeit wollten sie Passanten und Bürger provozieren und zeigen, dass es Randgruppen nicht nur vor Paris gibt oder in den Nachrichten zu sehen sind, sondern auch unmittelbar in der “Stadt der Liebe” wohnen.
Man muss aber dazu sagen, dass der Ort, in dem die Plakate aufgehangen worden sind, ein einst heruntergekommener Vorort war, aber hat jetzt eine Aufenthaltsort für die bürgerlichen Bohemiens (Randgruppen) ist.
Schaut euch dazu am besten mal das Video an, es zeigt das ganze Projekt von beginn an, bis zu den Reinigungsarbeiten der Stadt:
[youtube]zWu-BSIUs2E[/youtube]
Soviel ich weiß, wurden die beiden Künstler nicht bestraft, denn das was die beiden gemacht haben ist Kunst auf sehr hohem Niveau – Und wer möchte schon Künstler, die etwas bewegen, bestrafen?
Wie findet ihr das Projekt? Seht ihr es auch als Kunst?
Quelle Bilder: 28millimetres.com
Das ist eindeutig mehr als Kunst. Das ist eine Lebensaufgabe, aufmerksam machen auf die wirklichen Probleme(die Viertel, nicht die Menschen die dort wohnen) einer Stadt.
Ich finde die Aktion sehr ansprechend da es einfach zeigt das jeder komisch, böse oder lustig in die Kamera schauen kann – egal wo er herkommt oder was er verdient.
Könnte mir hier ähnliche Projekte vorstellen, um auf Missstände oder Fehler in der Bevölkerung hinweisen.
Danke für den wertvollen Hinweis auf dieses Projekt!
Hast du dir schon einmal überlegt, welche Missstände es in unserer Gesellschaft gibt? Würde mich mal interessieren.